Neppesrundgang im August 2012 unter Leitung von Stephan Keppeler

Losse mer jet no Neppes jon , op Neppes es jet loss …….

so erklang es schon als wir im zweiten Versuch am 4. August 2012 die Fahrt zum Treffpunkt Brauhaus Stüsser antraten. Vorsichtshalber natürlich mit der Elektrischen . Hier wartete schon unser Tourleiter Stephan und mit einigen Kölsch ließ es sich gut auf die notorischen Spätzünder warten. 11 Pingsjungen, 8 Ehefrauen oder gleichgestellte und einige Gäste.

Kurz den Fortgang erklärt und schon gings los. Zu Fuß durch gut erhaltene und von Krieg verschonte Straßenzüge, vorbei am neuen Eisstadion, vielen schönen Kirchen, durchs Nippeser Tälchen und vielen Besonderheiten.

Was blieb denn so hängen aus dem Quer durch Nippes. Lasst uns mal nachkarten.

Der Stüsser als Brauhaus erstmalig um 1904. Kölsche Gemütlichkeit und Kräuter Bitter.

Dann Agnes Kirche größte Kirche nach dem Dom mit einer wechselhaften Vergangenheit.

Als Grabeskirche von einer Bauernfamilie gestiftet. Durch Schweißarbeiten und Kriegseinwirkungen stark beschädigt wurde sie immer wieder restauriert.

Der Schreiber beschränkt sich auf die Kurzform der von Stephan mit viel Liebe und Fleiß ausgearbeiteten Erläuterungen.

Weiter geht’s zum Oberlandesgericht. Es blickt zurück auf eine Gründung durch König Friedrich Wilhelm III von Preußen aus dem Jahre 1819. Ursprünglich als Rheinischer Appellationsgerichtshof eingesetzt. Heute auch eines der beiden Rhein –Oberschifffahrtsgerichte. Bei vielen mehr bekannt durch seinen Juristenball als durch seine Juristerei.

Fort X eine der Kölner Verteidigungsfestungen aus dem Jahre 1825. Verlor mit der Entdeckung des Luftraums zu Kriegszwecken seinen Sinn. Heute Nutzung als Vereinsheim und für Sommerfeste. Auch heute noch ein beeindruckendes Bauwerk, das in seiner Zeit zu den größten Festungsanlagen in Europa zählte.

Nachdem wir die Eissporthalle Lentstrasse passiert hatten, verabschiedeten wir uns mit dem Überqueren der Kanalstrasse vom Bereich der Neustadt Nord (Stadtbezirk Innenstadt) und wanderten ins feindliche Ausland wie der Kölsche den 1975 geschaffenen Stadtbezirk Nippes nennt. In der Einwohnerzahl je Quadratkilometer unserem lieben Strunden weit überlegen. Mer muss och jönne künne.

Erste und wahrscheinlich älteste Strasse ist die heutige Niehler. Eine der großen Nord- Südachsen der Römer.

Vorbei am Gelände der ehemaligen Clouth Werke. Hier soll entsprechend den Vorplanungen ein neuer Wohn- Arbeitskomplex mit 2400 Wohnungen entstehen.

Über St. Bonifatius, den Leipziger Platz, der Sternwarte und dem Planetarium in dem Gymnasium Blücherstraße durch das Afrikaviertel kommen wir zum Steingasspark.  Das Steingass Terzett war lange Jahre der Garant für das Kölsche Liedgut. Allen im Gedächtnis sind noch Lieder wie „Leckerchen Zückerchen“ , „Un mer rigge met dem Esel op der Drachenfels“, „Der schönste Platz ist immer ……“, „De Haupsach es dat Hätz es goot“ und viele andere. Eines der Bekanntesten „Dat Zausleed“ mit dem Refrain „ un su lang mer noch Zaus em Kessel han, simmer immerhin noch keine ärme Mann, wurde dann unter der Stabführung von Stephan am Denkmal von Toni Steingass angesungen.

Über die Neusser Str. erstmals 1571 in einer Karte als Handelsweg zwischen Neuß und Köln eingezeichnet geht’s ins Nippesertälchen, einem verlandeten Rheinarm. Heute werden hier tolle Feste der Hunnenhorden gefeiert. Übrigens, die trinken heute Kölsch.

Dies ist umso verständlicher, weil die Nippeser Gatronomie bereits im 17.Jahrhundert berühmt berüchtigt war. Jetzt ist mir auch klar warum unser Stephan nach Nippes zog.

Ob er die doch auch hier niedergehende Kneipenkultur alleine stützen kann, wird die Zeit bringen. Diese Worte sind nur wiedergegeben, lupenreines Plagiat.

Mir soll noch einer sagen eine Nippestour ist nur eine Sauftour. Bis jetzt alles erwandert und noch kein Ende oder eine Bierstation in Sichtweite. Do müsse mer durch.

Altenberger Hof ursprünglich eine fränkische Siedlung.

Vincent Hospital gegründet 1871 und ab 1874 in der Krankenbehandlung tätig.

Schillplatz oder Nippeser Schmelztiegel. Hier noch einige liebevoll instandgesetzte alte dreigeschossige Patrizierhäuser.

Dies alles Nippeser Kleinode die doch Imis wenig bekannt sind aber das Stadtbild prägen

Die vorletzte Station ist uns dann wieder bekannter.“ Der Wilhelmplatz „

Durch Funk und Fernsehen für seinen bereits seit 1900 täglichen stattfindenden Wochenmarkt und seine Karnevalsaktivitäten bekannt. In der Zeit des Nationalsozialismus für Aufmärsche des „ Braunen Packs“ missbraucht ist er heute wieder Treffpunkt für viele Nippeser

Dann kommt er endlich, der von vielen ersehnte „Golde Kappes“ eine im Brauhausstil eingerichtet Eckkneipe und der Schlusspunkt einer wunderschönen Führung. Nach einem Umtrunk, ersten Lobeshymnen für die viele Arbeit und Essen nach einer “Kölschen Fooderkart“, bedanken wir uns ganz offiziell für diesen schönen Tag.

Jedenfalls war der Berichterstatter von der Informationsflut so erschlagen, dass er sich zur Erstellung des Artikels Hilfe holen musste. Auch von ihm ein herzlich Dankeschön